Es horsten zwei Adler in felsiger Kluft, sie kreisen mitsammen in himmlischer Luft, gewaltig die Schwingen und kühn ihr Blick, ihr Leben ist Freiheit – ihr Leben ist Glück.

Menschenhass

Freiheit

Da stellet ein Jäger mit tückischer Hand verborgen ein Eisen am schwindelnden Rand und locket die Vögel mit kundiger List, bis endlich der eine gefangen ist.
O hätt’ ihn getroffen das tödtliche Blei, dann wären für immer die Qualen vorbei: was ist ihm ein Leben ohn Freiheit und Licht? Gegrüßet der Tod, der die Fessel bricht!  
  Es kreiset ein Aar, wo die Wolken nun ziehn, so bitter gelehret, die Erde zu fliehn – der Menschen List, der Menschen Trug, die einst seine Lieb in Ketten schlug.

Eduard Schueler,
geb. 1838 in Brixen
Aktualisierung: 20/04/2010
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